La Terrazza – Der Geheimtipp unter den italienischen Restaurants in Hamburg

Italiener gibt es in Hamburg viele. Doch wohl kaum einer ist so gut und wird gleichzeitig so wenig beachtet wie das La Terrazza im Hamburger Stadtteil Niendorf. Wir verraten euch, warum sich das unbedingt ändern sollte.
Wer Hamburgs Ga­stro­nom­en fragt, bei welchem Italiener der Stadt man unbedingt mal Essen gehen sollte, wird von vielen dieselbe Antwort bekommen: La Terrazza. Ein Restau­rant, das in der Medien­welt bisher kaum Beachtung gefunden hat, was daran liegen könnte, dass es nicht in St. Pauli, Eppendorf oder der Schanze liegt. Denn wer ins La Terrazza will, muss dafür ins ferne Niendorf bis zur U-Bahn-Halte­stelle Schippels­weg reisen. (Ja, die gibt es wirklich.) Eingebettet ist das italie­nische Res­tau­rant in eine Mischung aus Wohn- und Indus­trie­gebiet. Direkt gegenüber: ein knallroter Penny-Super­markt. Nicht unbedingt die Gegend, die man sich für ein schönes Abend­essen aussucht. Doch der nüchterne erste Eindruck ist vergessen, sobald im La Terrazza die Tür aufgeht. Denn Chefin Daliah Isabella Occhipinti begrüßt ihre Gäste mit einer ehrlichen Herz­lich­keit, die einen schlicht umhaut.

Genuss-Glück auf Umwegen

Die Ein­rich­tung hingegen schreit nicht unbedingt „bester Italiener“ der Stadt. Einige Möbel sind in die Jahre gekommen. Die ent­spann­te Stim­mung bei den anderen Gästen, liebevoll arrangierte Blumen und Kerzen­licht sorgen dennoch für eine schöne Atmosphäre. Und überhaupt geht es hier ja vor allem um eins: das Essen. Das zaubert hier täglich Daliahs Lebens­ge­fähr­te Vassilios Fadidis auf den Tisch, mit dem sie das Restaurant zusammen betreibt. Der Lebens­lauf des Chefkochs liest sich beeindruckend. Süllberg, East Hotel, Ono by Steffen Henssler, die Bank, Fabio Haebel – im Grunde hat er zuvor in allen Läden Hamburgs gearbeitet, die Rang und Namen haben. In die Küche des La Terrazza ist er auf Umwegen gekommen. Kurz nachdem Daliah den Laden von ihrem kranken Vater übernommen hatte, ging auch noch ihr damaliger Koch in den Urlaub – und kam nie wieder. Vassilios, der ur­sprüng­lich nur Ur­laubs­ver­tre­tung für ihn machen wollte, blieb, um das Res­tau­rant mit seiner Freundin weiterzuführen. „Wir haben lange darüber nach­ge­dacht, ob es klug ist, Privates und Be­ruf­liches zu verbinden“, so Daliah. „Aber es hat sich heraus­ge­stellt, dass es uns sehr gut tut, ge­mein­sam an einer Sache zu arbeiten.“

Das beste Tiramisu unseres Lebens

Mit Vassilios zog eine deutlich hoch­wertigere, modernere Form der italienischen Küche in die Räum­lich­keiten des La Terrazza. Um die seinen Gästen täglich perfekt zu kredenzen, legt sich der Koch mit grie­chisch­en Wurzeln hart ins Zeug: „Ich lese sehr viel über die italienische Küche, recherchiere immer wieder, spreche mit Köchen aus Italien und schaue mir Küchen direkt vor Ort an“, so der Chefkoch. Mühe und Lei­den­schaft, die wir bei unserem Besuch aus jedem Gericht heraus­schmecken. Wir starten mit perfekt ges­chnitt­enem Carpaccio, köstlich gewürzter Salsiccia und Crostini mit Burrata, Feigen und Trüffel in den Abend. Es folgen hausgemachte Tagliatelle mit Parmesan und Trüffel, die einen tollen Biss haben, eine Bio-Dorade mit Salat und eine Pizza mit Fenchel­salami. Nach einem Bissen sind wir uns sicher: eine der besten Pizzen der Stadt. Und als wir danach, ein Glas von dem leckeren Vermentino in der Hand, völlig im Genuss­glück schwelgen, überrascht uns Vassilios mit einer Reihe Desserts, die allesamt absolute Geschmacks­krach­er sind. Das Schoko­laden­malheur kommt mit Heidelbeer­eis, gesüßt mit Honig von der Groß­mutter aus Griechenland, das Tonkabohne-Mascarpone-Eis schmiegt sich wunderbar seidig um die Zunge und das Tiramisu – ist das beste, das wir in unserem Leben jemals gegessen haben.

Ich seh das hier manchmal gar nicht so richtig als Restaurant, sondern als Verlängerung meines Wohnzimmers.so Daliah Isabella Occhipinti

Papp­satt und über­glücklich nippen wir am Ende des Abends an einem guten Grappa, auf den uns Vassilios einlädt. Es ist weit nach Mit­ter­nacht als wir das Restaurant mit einem warmen Gefühl im Bauch verlassen. Dahlia verabschiedet uns mit derselben liebe­vollen Art, mit der sie uns begrüßt hat. „Ich seh das hier manchmal gar nicht so richtig als Restaurant, sondern als Ver­läng­erung meines Wohn­zimmers“, so die Deutsch-Italienerin. „Weil es so schön ist, mit Vassili zu­sammen­zu­arbeiten, aber auch, weil ich meine Gäste wahn­sinnig lieb habe.“ Lieb ge­wonnen haben wir die beiden an diesem Abend auch sehr. Weil sie einfach so wunder­bar sind, aber auch, weil Liebe bekannt­lich durch den Magen geht.

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