7 Tipps für euren Städtetrip nach Tirana

Ihr wart noch niemals in Tirana? Dann haben wir für euren ersten Trip in die albanische Hauptstadt ein paar Tipps für euch. Zwischen so­zia­lis­ti­schen Protz­bau­ten, hippen Cafés und über­di­men­sio­nal großen Fleischtellern werdet ihr die Stadt in euer Herz schließen.

1 — Fleischeslust: Zgara essen im Restorant Zhidro

Ein absolutes Muss bei eurem Ti­rana-Besuch (und ehr­lich­er­wei­se werdet ihr auch nicht darum herum­kommen): Zgara. Im Grunde ist das eine große Platte mit viel, viel ge­grill­tem Fleisch in allen nur denkbaren Va­ri­a­tio­nen. Lamm, Hähnchen, Rind – Filet, Würste, Köfte oder Koteletts. Hier könnt ihr euch hemmungs­los eurer Fleisches­lust hingeben und braucht dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen zu haben. Schließ­lich gehört es ja ir­gend­wie zu einer Reise dazu, die Küche eines Landes genau­es­tens kennen­zu­lernen. Serviert wird die fleischige Völlerei üb­lich­er­wei­se mit verschiedenen Saucen, Brot und einem ge­misch­ten Salat. Alles kommt in die Mitte und jeder isst so viel er kann – und das im, bei Tiranern be­lieb­ten, Restorant Zhidro nur für wenige Euro. Ohnehin könnt ihr in der albanischen Hauptstadt super günstig essen, solange ihr der Landes­küche treu bleibt. Die ist übrigens grundsätzlich sehr fleisch­lastig. In Albanien vege­tarisch und vegan zu essen, ist eine kleine Heraus­forderung.

Restorant Zhidro: Rruga E Kavajes, Tirana 1121 | Mo-So von 8 bis 23 Uhr


2 — Marktzeit: Schlendert über den Markata E Fruta Perimeve

Für Foodies wohl einer der schönsten Orte Tiranas: der Markata E Fruta Perimeve im Osten der Stadt. Die zu allen Seiten offene Markt­halle beheimatet zahl­reiche Stände, die von Gemüse über sonnen­gereiftes Obst und Trocken­früchte bis hin zu Nüssen, Oliven und albanischen Spe­zia­li­tä­ten alles zu bieten haben, was genuss­verliebte Herzen ein kleines bisschen schneller schlagen lässt. Um die Markata herum findet ihr viele Restaurants, in denen ihr einkehren könnt, nachdem ihr euch auf dem Markt Hunger geholt und beim Shoppen all der Leckereien gänzlich verausgabt habt. Eine andere Mög­lichkeit: Besorgt euch an einem der Stände frisches Brot, lasst euch eine Tüte mit einer bunten Mischung köst­lichs­ter und un­glaublich günstiger Oliven befüllen und sucht euch ein nettes Plätzchen in der Stadt. Hochgenuss für Low-Budget-Reisende.

Markata E Fruta Perimeve: Rruga Shemsi Haka, Tiranë 1001 | Mo-So 7 bis 22 Uhr


3 — Gönnt euch: Italienisch essen im Bufe

Deutlich teurer als Res­tau­rants mit lokaler Küche, aber einfach gemütlich und super lecker: das Bufe. Eingerahmt in eine grüne Hecke mit Lichter­ketten haben wir uns in das Eck-Restaurant mit Terrasse sofort verliebt. Antipasti, Carpaccio, gebratener grüner Spargel mit Schinken, Steak – auf den Tisch kommt italienische Küche mit modernem Touch. Dazu gibt es jede Menge Wein und einen netten Service. Alles zusammen sorgte dafür, dass wir hier einen der schönsten Abende unseres Städte­trips hatten. Kleiner Tipp: Versucht hier möglichst zu reser­vieren, um einen Tisch auf der roman­tischen Terrasse zu ergattern.

Bufe: Rruga Reshit Çollaku, Tirana | Mo-So 10 bis 0 Uhr


4 — Von früh bis spät: Bummelt durchs Blloku

Das Blokku gilt zur Zeit als das angesagteste Viertel der Stadt. Dort, wo zu Kommunismus­zeiten das Villen­viertel zu finden war, reihen sich heute hippe Cafés, Bars und kleine Läden aneinander, so dass sich hier mit Leichtig­keit ein ganzer Tag verbummeln lässt. Übrigens stehen hier eure Chancen auch nicht schlecht, ein west­europäisches Frühstück zu ergattern. Tiraner nehmen die erste Mahlzeit des Tages in der Regel zu Hause ein oder nehmen, falls es schnell gehen muss, Börek und Dhalle, so nennt man in Albanien Ayran, auf die Hand. Deshalb werdet ihr üppige Frühstücke, wie wir sie aus deutschen Cafés kennen, hier nur selten finden.

Frühstück im Çoko Bistro & Bar: Rruga Pjeter Bogdani Number 7, Tirana 1000 | Mo-Do 8 bis 0 Uhr, Fr-Sa 8 bis 1 Uhr

Drink im Raum: Rruga Brigada VIII | Ish blloku, Tirana 1019 | Mo-So 18 bis 4 Uhr


5 — Architektur-Allerlei: Schaut euch um

Nicht wirklich schön, aber selten – so könnte man wohl die Hauptstadt Albaniens beschreiben. Die Architektur in Tirana ist ein Wirr­warr aus bunten Platten­bauten, irr­witzigen modernen Gebäuden und sozialistischen Protz­bauten, dessen Schönheit meist schon länger vergangen ist. Trotzdem ist das alles irgendwie absurd gut. Denn sieht man darüber hinweg, findet man in der Optik der Stadt einen gewissen Charme. Wo in deutschen Innen­städten häufig eine Fassade wie die andere aussieht, scheint sich in Albanien jeder Laden­besitzer selbst ein Konzept für den Look des Hauses auszusuchen. Da wird kurzerhand die Außenwand und der dazugehörige Bürgersteig in Bonbonfarben gestrichen, falls das besser zum Konzept passt. Eine Form von Kreativität und Freiheit, die man in west­europäischen Städten wohl kaum so findet und Ausdruck der Mentalität der Menschen ist, die hier leben: Einfach mal machen und nicht alles durchplanen. Könnte ja gut werden.

Übrigens: Im neuen Shopping-Center Toptani in der Innen­stadt, solltet ihr euch bei einer Tour durch die 80 Geschäfte nicht aus­schließ­lich der Jagd nach den neuesten Trendteilen hingeben. Das sieben­stöckige Gebäude hat auch eine be­eindruckende Architek­tur zu bieten.


6 — Über den Dächern der Stadt: Verbringt einen Tag auf dem Dajti

Im Osten Tiranas erhebt sich ein 1613 Meter hoher Berg über die Stadt: der Dajti. Umgeben von einem großen Natur­schutz­gebiet, lohnt sich ein Tages­ausflug hierher auf jeden Fall. Aber keine Sorge, ihr müsst dafür nicht den Gipfel­stürmer in euch entdecken – der Dajti Express übernimmt den Aufstieg für euch. Von der Innenstadt kommt ihr am günstigsten mit dem Bus zur Hochseil­bahn. Umgerechnet kostet euch die etwa 30-minütige Fahrt lediglich ein paar Cent. Die Fahrt in der geschlossenen Gondel vom Fuß des Berges bis zum Gipfel dauert noch einmal etwa 15 Minuten.

Oben ange­kommen wird die Anreise durch einen Blick auf die wunder­schöne Berg­land­schaft belohnt. Nehmt euch ein paar Stunden, um durch den National­park zu laufen, das Grün zu genießen und einfach nur ein bisschen frische Luft zu atmen. Denkt daran, genügend Wasser und etwas zu Essen mit­zu­nehmen oder esst in einem der Berg­restau­rants wie dem Gurra e Perrise. Vom Dajti Express bis zum Restaurant sind es zu Fuß etwa 45 Minuten. Auf dem Weg dorthin findet ihr übrigens nicht nur Natur, sondern auch längst verlassene Hotels mit einem ganz eigenen Charme. Im Gurra e Perrise angekommen könnt ihr auf einer malerischen Terrasse mit einem großen Fisch­teich typisch albanische Gerichte verspeisen und euch von eurer aufregenden Wanderung erholen.

Alle Infos zur Anreise und zum Dajti Express findet ihr auf der Website der Hochseilbahn.

Restaurant Gurra e Perrise: Mali / Dajtit | Mo-So 7 bis 22 Uhr


7 — Raus hier: Durrës & Golem

Vom Berg an den Strand: Aus der Tiraner Innen­stadt braucht ihr nur etwa 45 Minuten mit dem Auto bis zur West-Küste. Solltet ihr kein eigenes zur Verfü­gung haben, nehmt am besten einfach ein Taxi. Die Fahrt von der albanischen Hauptstadt bis zur Küsten­stadt Durrës kostet euch umgerechnet gerade einmal um die 35 Euro. (Verhandelt den Fahrpreis am besten bevor ihr ins Taxi steigt.)

Durrës hat zwar einen Strand, empfehlens­werter ist es hier aber, sich ein bisschen in der Stadt an der Adria umzuschauen, anstatt in der Sonne zu braten. Die einstigen Pracht­hotels an der Strand­promenade scheinen heute wie aus einer anderen Zeit. Schlendert einfach ein paar Stunden durch die Straßen und geht auf Ent­deckungs­tour.

Mit dem Bus braucht ihr von Durrës keine halbe Stunde bis nach Golem. Hier könnt ihr euch am Strand von der ersten Tages­hälfte erholen. Im Hochsommer ein pulsierendes Strand­örtchen, ist davon bei unserer Reise im Mai noch nichts zu spüren. Bei 25 Grad Celsius und schönstem Bade­wetter haben wir den breiten Strand und das Wasser fast ganz für uns allein. In einem der Fisch­restaurants an der Promenade lasst ihr den Tag perfekt ausklingen, während die Sonne langsam im Meer versinkt.

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