Einfaches Topfbrot

Das richtige Mehl, die korrekte Teigführung, die perfekte Temperatur, die ideale Knettechnik, Hefe oder lieber Sauerteig – wer anfängt, sich mit dem Thema Brotbacken zu beschäftigen, hat ziemlich schnell das Gefühl, die Herstellung von Brot sei eine Wissenschaft für sich. Nun ja, ist es auch. Deshalb haben wir uns, obwohl wir immer mal wieder um verschiedene Mehlsorten im Supermarkt herumgeschwänzelt sind und das ein oder andere Brotbackbuch bereits seit Jahren im Schrank haben, lange nicht dran gewagt. Vielleicht auch, weil wir geahnt haben, dass wenn wir einmal damit anfangen, wir nicht wieder aufhören können und diese neue Leidenschaft ziemlich viel Zeit fressen könnte.

Doch wie einiges anderes auch änderte sich das mit einem Besuch auf der Four Trees Farm in Portugal. Denn dort backt Gastgeber Stephan regelmäßig frisches Brot. Das begeisterte JMH-Mit-Gründer und Fotograf Felix so sehr als er im April ein zweites Mal dort war, dass er ihm das Rezept abgeschwatzt und mit nach Hamburg gebracht hat. Und was sollen wir sagen? Die Reise hat sich gelohnt! Denn das Schöne an diesem Brot ist, dass es perfekt für Brotbackeinsteiger geeignet ist – vor allem, weil es ohne Sauerteig funktioniert.

Alles, was ihr neben ein paar Zutaten braucht, ist ein bisschen Zeit. Kaum verwunderlich, denn wenn ihr Bäcker fragt, was gute Brote vor allem brauchen, ist ihre Antwort meist genau das. Oft ruhen Teige über Nacht. Während dieser Ruhephase nimmt der Teig das Wasser auf. Gleichzeitig finden im Teig aber auch komplexe biochemische Prozesse statt. Und ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen: Gärungsprozesse laufen ab, Ballaststoffe und Stärke quellen auf und können vom Körper besser verarbeitet werden. Zudem werden die niedermolekularen Zuckermoleküle – die sogenannten FODMAPs (fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole) – abgebaut, was das Brot verträglicher macht. Dafür muss ein Brotteig mindestens vier Stunden gehen. Mehr Stunden sorgen unter anderem für ein volleres Aroma.

Lasst diesen Teig also am besten 4,5 bis 24 Stunden gehen, bevor ihr ihn in den Ofen schiebt. Auch wenn ihr es kaum erwarten könnt, endlich in eine Scheibe frisches selbstgebackenes Brot zu beißen. Es lohnt sich!

Rezept für ein einfach(lecker)es Topfbrot

Zutaten:
500 g Weizenmehl
500 g Weizenvollkornmehl
500 g Dinkel-, Buchweizen-, oder Roggenmehl
1 TL Trockenhefe
2 TL Salz
Sesam für die Kruste (optional)

  1. Das Mehl, die Trockenhefe und das Salz in eine große Schüssel geben und miteinander vermengen.
  2. 800-900 ml Wasser zur Mehlmischung geben und zu einem relativ feuchten, klebrigen Teig verkneten. (Traut euch und nehmt eure Hände, statt den Mixer. Das macht am meisten Spaß und ihr bekommt ein Gefühl für den Teig.)
  3. Den Teig mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 4,5-24 Stunden gehen lassen.
  4. Sobald der Teig lange genug geruht hat und schön aufgegangen ist, den Ofen und einen feuerfesten Topf auf 220° C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  5. Den Topf mit Backpapier auslegen. (Bei gusseiserner Töpfen nicht notwendig.)
  6. Den zähflüssigen Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und noch einmal mit etwas Mehl durchkneten. Den Teig in den Topf geben.
  7. Den Teig mit Sesam bestreuen und einen Deckel auf den Topf setzen. So bleibt mehr Feuchtigkeit im Brot.
  8. Das Brot für 35 Minuten backen.
  9. Den Deckel herunternehmen und für weitere 10 Minuten backen, bis das Brot oben eine schöne braune Farbe hat.

Credits

Zubereitung & Fotos: Felix Valentin
Food- & Set-Styling: Iskander Madjitov

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